An den meisten öffentlichen Ladestationen zahlst du heute 50–79 ct/kWh – mehr als das Dreifache von Haushaltsstrom. Dabei gibt es durchaus günstige Ladesäulen und günstige Ladetarife – man muss nur wissen, wo. Ob du mal eben adhoc laden willst oder regelmäßig auf Reisen bist: Es gibt deutlich günstigere Wege als die üblichen 50 ct/kWh.
| Situation | Beste Option | Preis ca. |
|---|---|---|
| Täglich beim Einkaufen | Kaufland-App | 0,29 ct/kWh AC |
| Mal eben nachladen unterwegs | Ad-hoc ohne Vertrag (Gerd Bremer) – DC ab 50 kW | bis 50 ct/kWh |
| Wohnt nah an Solarpark (Bayern) | Vispiron ChargeFarm | unter 30 ct/kWh an Sonnentagen |
| Urlaub & Langstrecke | Tesla Supercharger (10 €/Monat Abo) | deutlich unter 50 ct/kWh |
| Kein Heimlader, Säule vor der Tür | EnBW / Aral Pulse | in Deutschland ok, Ausland teuer |
Supermarkt-Säulen: günstig im Alltag
Wer regelmäßig einkaufen fährt, kann dabei oft günstig nebenher laden. Kaufland ist aktuell einer der wenigen Anbieter mit wirklich attraktiven Preisen:
| AC-Laden (11 kW) | 0,29 €/kWh |
|---|---|
| Schnellladen (HPC) | 0,48 €/kWh |
| Voraussetzung | Kaufland-App (kostenlos) |
0,29 €/kWh beim AC-Laden ist einer der günstigsten öffentlichen Preise in Deutschland – und das an einem Ort, an dem du sowieso einkaufst. Die App ist kostenlos, kein Abo, kein Jahresvertrag.
Mein Tipp: Einfach die Kaufland-App installieren und bei jedem Einkauf kurz anstecken. In 45 Minuten Einkauf kommen je nach Auto 5–8 kWh dazu – kostenloser Alltags-Boost.
→ Alle Kaufland-Ladestationen auf der Karte
Adhoc laden ohne Vertrag – für Zwischendurch
Du lädst eigentlich immer daheim – aber heute hast du 400 km vor dir und das Auto schafft nur 300? Für solche Tage lohnt sich kein Abo und kein Jahresvertrag. Du brauchst einfach irgendwo kurz nachladen, unkompliziert und bezahlbar.
Genau dafür gibt es die Ad-Hoc Map von Gerd Bremer: eine von der E-Auto-Community gepflegte Karte mit DC-Schnellladern ab 50 kW, an denen du ohne Vertrag, App oder Registrierung für maximal 50 ct/kWh lädst – per Karte, QR-Code oder SMS direkt vor Ort. Kein Anmelden, kein Monatsabo – einfach hinfahren und laden.
- Ad-Hoc Map von Gerd Bremer (Google Maps) – DC-Schnellladen ab 50 kW, bis 50 ct/kWh, ohne Vertrag
- Ad-Hoc Map App (Android) – die offizielle App zur Karte, direkt auf dem Handy
- adhoc.obseven.com – Geheimtipp: schaut einfach mal rein
Die Karte deckt Deutschland, Österreich, die Schweiz und weitere europäische Länder ab und wird laufend aktualisiert.
Praxisbeispiel Brennerautobahn (A22): Wer über den Brenner nach Italien fährt, findet auf der gesamten Strecke von der Grenze bis Modena (Campogalliano) 15 eigene Ladestationen des Autobahnbetreibers – alle auf der Ad-Hoc Map gelistet, alle ohne Vertrag oder App, einfach per Karte zahlen. Die Preise: 43 ct/kWh HPC (bis 150 kW), 38 ct/kWh DC (50 kW), 33 ct/kWh AC (22 kW). Deutlich günstiger als die meisten deutschen Autobahn-Schnelllader. Der Tesla Supercharger direkt am Brenner ist übrigens einer der ganz wenigen in ganz Europa, der nicht für Fremdmarken geöffnet ist – eine absolute Ausnahme, die man kennen sollte.
Vispiron ChargeFarm – laden wenn die Sonne scheint
Vispiron betreibt Ladestationen direkt an eigenen Solarparks und passt die Preise dynamisch dem Sonnenstand an: Wenn die PV-Anlage auf Hochtouren läuft, sinkt der Ladepreis – an guten Tagen auf unter 30 ct/kWh. Das Prinzip heißt ChargeFarm.
Der Haken: Die Standorte sind überschaubar und hauptsächlich in Bayern (z. B. Obersöchering bei München). Wer zufällig in der Nähe wohnt oder vorbeifährt, kann hier aber wirklich günstig laden. Keine App, keine Registrierung – ad-hoc per Karte.
→ Aktuelle Vispiron-Ladepreise
Shell Recharge – günstiger Ladetarif? Dynamische Preise mit Haken
Seit Mitte 2025 testet Shell Recharge dynamische Ladepreise an über 1.600 Schnellladepunkten. Die Idee: Preise folgen der Strombörse und sind mittags günstiger als abends. In der Praxis ist der Effekt aber überschaubar: Die maximale Preisdifferenz im Tagesverlauf beträgt laut Shell rund 6 ct/kWh.
Die konkreten Preise: 56–67 ct/kWh ohne Tarif, 42–50 ct/kWh mit dem „e-Deal" (4,99 €/Monat, 25 % Rabatt). Auch im günstigsten Fall bleibt Shell damit deutlich teurer als Kaufland (29 ct) oder Vispiron an Sonnentagen. Interessant allenfalls für Leute, die ohnehin oft an Shell-Stationen laden und kein Tesla-Abo wollen.
Urlaub & Langstrecke: Tesla Ladestation (Supercharger)
Wer regelmäßig längere Strecken fährt oder in den Urlaub reist, kommt an Tesla Superchargern kaum vorbei – und das gilt nicht mehr nur für Tesla-Fahrer. Seit der Netzöffnung kann jedes E-Auto an Superchargern laden.
Persönliche Empfehlung: Für Reisen ist Tesla Supercharger meine erste Wahl. Das 10 €/Monat-Abo (monatlich kündbar) macht den kWh-Preis nochmal deutlich günstiger. Ich aktiviere es vor dem Urlaub und kündige danach wieder.
Die Vorteile aus eigener Erfahrung:
- Massig Standorte in ganz Europa – du findest fast immer einen auf deiner Route
- Viele Säulen pro Standort – Wartezeiten sind die absolute Ausnahme
- Sinnvolle Umgebung – Restaurant, Supermarkt, Spielplatz, Café. Die 20 Minuten Ladezeit gehen immer sinnvoll drauf
- 10 €/Monat Abo, monatlich kündbar – kein Risiko, einfach vor der Reise aktivieren und danach wieder kündigen. Das funktioniert beliebig oft und Tesla sperrt dafür niemanden aus.
Das Problem mit EnBW, Aral Pulse & Co.
EnBW, Aral Pulse, Maingau und ähnliche Anbieter funktionieren in Deutschland ganz ordentlich – sobald du aber ins Ausland fährst, zahlst du an den meisten Säulen Fantasiepreise. Die Karten werden akzeptiert, aber der Preis macht den Spaß schnell kaputt.
Aus eigener Erfahrung: Ich bin mit meinem MG4 nach Monaco, Paris, Normandie und durch Norditalien gefahren – und nutze dort ausschließlich Tesla Supercharger. Eine EnBW-Karte hatte ich zwar immer als Notfallreserve dabei, aber gebraucht habe ich sie im Ausland nie.
Sinnvoll sind diese Karten eigentlich nur für eine Zielgruppe: Wer keinen Heimlader hat, aber eine Ladesäule direkt vor der Haustür, kann damit regelmäßig und vergleichsweise günstig laden. Für alle anderen gibt es bessere Alternativen – je nach Situation Kaufland, die Ad-hoc-Karte oder Tesla.
Zum Preisvergleich an jeder einzelnen Säule empfehlen wir die Chargeprice App – sie zeigt für jeden Standort, mit welcher Karte es sich wirklich lohnt.
IKEA – war mal kostenlos
IKEA hat lange kostenlose Ladestationen für Kunden angeboten und war damit eine echte Empfehlung – ich habe das selbst jahrelang genutzt. Das ändert sich gerade: Immer mehr Standorte stellen auf kostenpflichtige Modelle um, die Konditionen variieren stark je nach Filiale. Als verlässliche Empfehlung taugt IKEA leider nicht mehr.
Mehr Infos zu aktuellen Konditionen: IKEA Ladestationen